Interessantes für Literaturschaffende

An den Solothurner Literaturtagen gibt es einen Campus an dem über die Herausforderungen der Branche diskutiert wird. Als Liedermacher und Reisejournalist bin ich von der Problematik betroffen und konnte davon einige Eindrücke nach Hause nehmen.

Einkommen und soziale Sicherheit
Die Lohnsituation gestaltet sich prekär. Nur wenige können allein von der Literatur leben. Alle anderen brauchen einen Nebenverdienst oder sonstige Unterstützung. Gerade deswegen bedeutet es viel faire Löhne durchzusetzen. Ein Honorar von CHF 800,- für eine Lesung erscheint hoch, doch ein Buch bedeutet jahrelange Arbeit, es bedarf an Vorbereitung, Verhandlungszeit, sozialer Versicherung und Anreise. Zu den Erlösen aus Buchverkäufen tragen Lesungen zum Verdienst des Autors bei. Es bieten sich wenige Gelegenheiten für Lesungen.

Ein Autor erhält generell allein wegen seiner aktuellen Texte Einladungen, ob Debütant oder erfolgreicher Schriftsteller spielt hierbei keine Rolle.

Vielfalt durch unabhängige Verlage
Ferner konnten hier die Teilnehmer Einblicke in das Schweizer Verlagsgeschäft gewinnen. Die Anzahl an Neuerscheinungen steigt, die Auflagen pro Buch sinken, und die Branche braucht staatliche Subventionen, besonders für Übersetzungen aus anderen Landessprachen. Die Verleger legten ein Augenmerk auf den deutschen Markt, die grossen Verlage und die Entwicklung der Preise. Das E-Book hatte sich wenig durchgesetzt, es pendelt um die 8 % Marktanteil. Engagierte Buchhändler sind wichtig, und es sollte mehr Rezensionen geben.

Am Ende stehen immer mehr finanzielle Fragen im Mittelpunkt. Die Leidenschaft kommt zu kurz. Neue Ansätze, wie zum Beispiel, das bedingungslose Grundeinkommen haben einen schweren Stand. Dabei sollten wir Modelle finden, welche Poeten und hiermit der ganzen Gesellschaft ein freies Leben ermöglichen.


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