Lesungen nur noch mit Sponsoren?

An den Solothurner Literaturtagen wurde das Thema Lesungen breit diskutiert. Insbesondere wurden die Honorare für Autoren behandelt. Oftmals verhandelte man hier über die Buchpreise. Denn schon Werbung selbst kostet Geld, ebenso Technik. Vorzugsweise sollte ein Autor gratis sprechen und vorlesen. Doch auch hinter all der Werbung und Technik steckt ein beachtlicher Teil Arbeitslohn.

Die Kulturinstitutionen verlangen ja gerade nach dem Autor, und die Empfehlung für dessen Honorar liegt in der Schweiz bei CHF 800,-. So kostet eine Lesung schnell mal CHF 2000,-; besuchen sie also 50 Leute, zahlen jeweils CHF 20,- Eintritt, entsteht schon ein Defizit. Dabei wären nicht mal die Kosten der Kulturinstitution gedeckt. Ohne Spenden liefe da nichts.

Oft springt der Staat ein, und auch ein Vertreter einer Kulturkommission meinte Honorarkosten bis zu CHF 500,- zu unterstützen: «Schliesslich kommt ja noch der Buchverkauf dazu, sowie die Werbung für den Verlag.»

Die Verlage sind ebenfalls klamm, und die Bücher können nur mit kleinem Gewinn verkauft werden. Es gibt ein grosses Angebot, was die die Auflage drückt. Die grösseren Verlage vermarkten die Bestseller stärker; deren Autoren könnten Säle füllen, wenn sie denn wollten.

Zahlreiche Autoren brauchen einen weiteren Broterwerb. «Meine vielen Stunden für das Schreiben eines Buches muss ich als Hobby betrachten,» meinte ein anderer Autor. Doch wie sieht die Zukunft der Bücher und Schriftsteller aus? Kleinen Bibliotheken oder Buchhändlern fehlen oftmals der Platz und vor allem die Budgets dafür.

Dabei bereichern Lesungen den kulturellen Alltag. «Sich als Autor gleich noch um die Technik kümmern zu müssen?» Ein Mikrofon und Lautsprecher kostete zwar nicht die Welt. Doch aufgepasst, die Technik müsste auch noch passen! Ferner bringen Werbung mittels paar Flugblättern sowie ein Veranstaltungseintrag im Lokalblatt wenig Gäste. Soziale Medien als Besuchermagneten funktionieren nur noch via bezahlten Einträgen.

Dennoch, vielleicht braucht es jenen Idealismus in der Literaturwelt, der nie und nimmer wegen irgendeines Budgets verzagen könnte.
Sicherlich hilft wie bisher ein Sammelsurium aller vorhandenen «Sprachrohre in der Kunst des Wortes». Und dazu gehört eben auch an einer Vorlesung der Austausch mit dem Publikum, welcher eine Bereicherung für jeden Künstler ausmacht.

Aktuell «vermarkte» ich Frieder Monzer.

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