Schnell noch was zum Lesen kaufen

Sie sind an vielen Orten präsent, die Buch & Press-Läden der Valora Gruppe. Wie sieht deren Zukunft aus? Nicht sehr rosig, wie nachfolgender Artikel zeigt. Es lohnt sich mehr Sandwich zu verkaufen als Pressetitel.
Artikel in der Aargauer Zeitung – Sandwich statt Buch

Ein Konzern, der zig Marken im Sortiment führt, handelt nach betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Durch das Smartphone und E-Book verliert der Buchhandel an Bedeutung. Schliessungen folgen. Doch die Kiosks werden weiter verkaufen und ein vielfältiges Bücherangebot damit deutlich reduziert.

Wie kann die Branche gegensteuern? Eine Frage, zu der ich im Zuge dieses enorm starken Trends keine Antwort weiss. Ich war mit der Porzellan-Industrie aufgewachsen, und die ist weitgehend verschwunden. Heute wird jene Tischkultur kaum mehr zelebriert. Zumindest mit der Anwesenheit einer älteren Generation zu Tische kann daher das gemeinschaftliche Esserlebnis leiden. Das Budget wandert woanders hin, zu grossen Konzernen in eine Konsumgesellschaft, die kaum miteinander spricht.

Das Lesen zu retten wäre zugleich eine Aufgabe der Politik. Meiner Meinung nach leidet unter heutigen Umständen Bildung und Kreativität. Wir verweilten früher vor zahlreichen Brettspielen; heute finden sich Myriaden von Freizeitlern nur noch vor Computerspielen, alles Zeitvertreibe unter dem Vorwand die Kreativität zu steigern. Sogar mit Empfehlung diese Spiele im Lebenslauf zu erwähnen.
Warum Gaming-Fähigkeiten in den Lebenslauf sollen

Viel interessanter hingegen, sobald Menschen beginnen sich eine Bibliothek ihres Wissens aufzubauen. Aus solch einer Bibliothek könnten an Bewerbungen relevante Werke zitiert werden. Um unser gesellschaftliches System zu verstehen, sind beispielsweise Tageszeitungen bedeutsam. Diese zählen meiner Meinung nach mehr für eine spätere Stelle als das Können in einem bestimmten Computerspiel.

Von daher sollte sich Press & Books überlegen, wie Kunden Leselaune übermittelt werden dürfte. Wie wäre es da mit Synergien zu den anderen Geschäften, die Valora führt? Oder als Stichworte; mehr Gewinnspiele, mehr Veranstaltungen und mehr Fantasie. Dabei richte ich mich an die jungen Leute. Ich stehe außer Zweifel, wenn damals die Porzellan-Industrie auf die jungen Menschen zugegangen wäre, hätte es nicht dieses Industriesterben gegeben.

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